
Hinter jedem erfolgreichen Mann... - ...steht eine kluge Frau. Oft bemüht, aber auch meist wahr! Jedenfalls bei den hier von Friedrich Weissensteiner fundiert und interessant vorgestellten Frauen. Katia Mann hat am Ende ihres Lebens in ihren ungeschriebenen Memoiren sinngemäß gesagt, dass sie nie ihren eigenen Interessen folgen konnte. Dennoch hat sie die Rolle als Frau an seiner Seite glücklich gemacht. Und einem Schriftsteller wie Thomas Mann für sein Werk den Rücken frei zu halten, stets Ansprechpartnerin und Managerin zu sein, ist eine Lebensleistung, die man wohl kaum hoch genug schätzen kann.Eher tragisch verlief das Leben Mileva Einsteins, die auf eine eigene Karriere als Naturwissenschaftlerin verzichtete und viele Demütigungen ihres Mannes hinnehmen musste. Als er schließlich seinen wissenschaftlichen Durchbruch hatte, verließ Albert Einstein sie und den kränkelnden Sohn.Schillernde Persönlichkeiten wie die politisch verblendete Cosima Wagner oder Alma Mahler-Werfel, die gleich mehreren großen Künstlern als Muse diente, werden ebenso portraitiert wie Constanze Mozart und Christiane Vulpius, die es als Ehefrau Goethes mehr als schwer hatte!Friedrich Weissensteiner gibt strukturiert, mit leichter Hand formuliert Auskunft und macht so Lust, sich intensiver mit den vorgestellten Frauen zu beschäftigen, die viel auf sich nahmen, meist bedingungslos liebten und sich oft mit ihrer ganzen Kraft dem schöpferischen Potential ihrer Männer unterordneten!
Ein wunderbares Buch - Dieses Buch ist wirklich uneingeshcränkt empfehlenswert. Es liest sich sehr, sehr gut und ist an keiner einzigen Stelle langweilig oder langatmig. Die dargestellten Personen werden ergreifend aber auch im historischen Zusammenhang so gut eingeordnet dargestellt, dass man nur Lust auf weitere Details dieser interessanten Lebensläufe bekommt. Schade, dass es hiervon nicht noch mehr gibt.
Ein Buch, das zu denken gibt. - Man könnte meinen, es handle sich hierbei sicher um trockene Materie, aber das Gegenteil ist der Fall! Ich konnte das Buch nicht eher aus der Hand legen, als dass ich es zuerst voll und ganz durchgelesen hätte. Mir gefällt unter anderem, dass die Biografien über positive wie negative Umstände berichten, ausserdem werden verschiedene Zeitepochen beleuchtet. Der Schreibstil ist ein bisschen gewöhnenswert, da stark verschachtelte Sätze beliebt sind, aber trotzdem flüssig und gut zu lesen - und natürlich von gehobener Ausdrucksweise (die Zitate ausgenommen, was aber nicht stört). Mir selber sind die beschriebenen Schicksale recht plastisch geworden, nicht nur die der Genie-Frauen, sondern auch der oftmals betroffenen Kinder. Dies hat mir persönlich noch am meisten zu denken gegeben. Opfer der schlechten Lebensumstände, aber auch Spielbälle der Intrigen. Traurige Wahrheit, die zeitlos zu sein scheint - ob nun im 18. oder 20. Jahrhundert. Mein Kompliment an den Autor für seine sicher aufwendige Recherchierung!